Homeoffice – ein Modell der Zukunft?

Homeoffice – ein Modell der Zukunft?

(Anzeige) Als die Corona-Pandemie ihren Höhepunkt erreichte, arbeitete mehr als jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland zumindest hin und wieder im Home-Office. Mitte September 2021 hatte sich die Zahl deutlich verringert. Da stellte sich die Frage, was wird bleiben von Heimarbeit und Online-Meeting? Mit Beginn 2022 allerdings zeigte sich erneut ein anderes Bild.

2022 – wieder mehr Beschäftigte im Homeoffice

Seit Anfang Januar steigen die Zahlen der Corona-Erkrankten erneut und damit die Zahl der Menschen, die von daheim arbeiten. Aber dennoch: Die Zahl der Homeoffice-Beschäftigten liegt unter dem Höchststand von März 2021. Laut Angaben des Ifo-Instituts waren im Dezember 2021 zeitweise 27,9 Prozent im Homeoffice beschäftigt, während es im März 31,7 Prozent waren. Der Ifo-Experte Jean-Victor Alipour erklärte in einem Interview, dass offenbar nicht alle Unternehmen die Ende November erneut eingeführte Home-Office-Pflicht einhielten. Auch wenn die Quote gestiegen sei, so bleibe sie dennoch unter dem Höchstwert. Geschätzt wird von dem Institut, das über alle Branchen hinweg rund 56 Prozent aller Beschäftigten zumindest teilweise im Heimbüro arbeiten könnten.

Für wen zahlt sich das Homeoffice aus?

Die Arbeitswelt hat sich für Millionen von Deutschen in den vergangenen Pandemie-Jahren deutlich verändert: Sie müssen sich nicht mehr durch den Berufsverkehr quälen und verlassen nicht einmal mehr ihre Wohnung. Für sie ist der Weg in das Arbeitszimmer oder die Arbeitsecke im schlaf-, Wohn- oder Esszimmer der Arbeitsweg und die Mittagspause wird in der heimischen Küche verbracht. Die geliebte Kaffeepause und das Schwätzchen mit den Kollegen fällt weg. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat dies Folgen. Zum einen steigt die Produktivität durch die Arbeit im Homeoffice, wie bereits mehrere Studien belegt haben. Zum anderen sorgt die „ruhigere Arbeitsumgebung“ für ein effizienteres Arbeiten sowie weniger Pausen und weniger Ausfälle durch Krankheit. Dies sind die Gründe, die von den Studienautoren als Vorteile für das Homeoffice anführen. Des Weiteren wird in den wegfallenden Pendelzeiten zumeist schon gearbeitet, wie Jean-Victor Alipur gegenüber der „Tagesschau“ erklärte.

Resigniert am Arbeitsplatz – mehr glück durch einen neuen Job im Homeoffice?

Viele arbeiten seit der Pandemie von daheim und oftmals werden die Vorteile des Homeoffice genossen – vor allem da die Pendelei wegfällt. Die Arbeitnehmer sehen große Vorteile darin, wie mehr Zeit für sich, für die Familie und den Haushalt. So kann zwischendurch die Waschmaschine laufen oder die Spülmaschine ausgeräumt werden. Wird im Büro gearbeitet, bleibt all das liegen. Siemens ist eines der Großunternehmen, dass weltweit seit der Pandemie auf mobiles Arbeiten setzt. In dem Konzern, wo die Präsenzkultur lange stark ausgeprägt war, haben heute die Mitarbeiter die Option, zwei bis drei Tage im Homeoffice zu arbeiten. Immer mehr Arbeitnehmer denken darüber nach, dauerhaft im Homeoffice zu arbeiten. Doch bis dato gibt es noch keinen Rechtsanspruch darauf, auch nach der Pandemie weiterhin im Homeoffice zu arbeiten.

Die Qualifikation ist entscheidend – nicht der Wohnort

Das das Homeoffice durchaus ein Modell der Zukunft ist, das zeigt das Portal JobsatHome.de. Bei dem Portal handelt es sich um eine branchenübergreifende und überregionale Online-Jobbörse, die sich als Sozialversicherungspflichtige und Freelancer richtet, die einen neuen Job im Homeoffice suchen. Erst im März 2021 gegründet ist die jobsathome GmbH ein echtes Familienbusiness, welches sich als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern versteht. Jobsathome verfolgt das Ziel, Arbeitssuchenden zu helfen einen Arbeitnehmer zu finden, der dauerhaft ein Homeoffice ermöglicht und nicht nach einigen Wochen die Präsenz am Arbeitsplatz fordert. Der Fokus liegt auf den offenen Arbeitsstellen, die unabhängig vom Wohnort angeboten werden, womit eine Umgebungssuche entfällt. Damit es für Arbeitnehmer leichter wird, im Homeoffice zu verbleiben, verfolgt auch Bundesarbeitsminister Heil das Ziel, dieses im Arbeitsalltag zu etablieren. Allerdings wird der Vorstoß von den Arbeitgebern abgelehnt und sie fordern stattdessen ein erhöhtes Tempo bei dem Breitbandausbau.

Moderne Regeln für mobiles Arbeiten in Deutschland

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, dass es notwendig ist, aus dem Corona bedingten, ungeplanten Großversuch zum Homeoffice grundlegende Konsequenzen für die Arbeitswelt zu ziehen. Dem fügte Heil hinzu, dass die Ampel-Koalition „moderne Regeln für mobiles Arbeiten in Deutschland“ sowie einen Rechtsanspruch auf Homeoffice schaffen werden. Durch diesen Schritt will der Minister das Arbeiten von zu Hause auf die Dauer in die Arbeitswelt integrieren. Die Pläne sehen vor, dass es Beschäftigten in Zukunft möglich bzw. ermöglicht werden muss, vom Homeoffice zu arbeiten, sofern eine zwingende Anwesenheit im Betrieb nicht notwendig ist. Verweigert werden kann dies nur, so Heil, wenn man z.B. an einem Hochofen im Stahlwerk arbeitet – was natürlich nicht im Homeoffice möglich sei. Sollte der Arbeitnehmer keine zwingenden Gründe nennen können, die gegen den Anspruch auf Homeoffice sprechen, dann kann dies dem Arbeitnehmer nicht verwehrt werden. Diese neue Regelung wird vielen Menschen die Möglichkeit geben, auch nach der Pandemie von zu Hause aus zu arbeiten oder die Arbeit bspw. nach Arbeitslosigkeit oder Mutterschutz wieder aufzunehmen.

Die neue Freiheit – mobiles Arbeiten

Mobiles Arbeiten definieren viele Menschen als „eine neue Freiheit“ und damit eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Allerdings fügte der Bundesarbeitsminister hinzu, dass viele nicht dauerhaft, sondern nur gelegentlich von daheim arbeiten wollen und auch dafür werde von der Koalition mehr Flexibilität geschaffen.

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