Industriemeister oder staatlich geprüfter Techniker - was passt zu mir

In diesem Artikel geht es um die Frage “Industriemeister oder staatlich geprüfter Techniker – was passt zu mir”.

Für viele von uns ist eine abgeschlossene Berufsausbildung erst der Anfang. Eine Ausbildung ist ein guter Grundstock, auf dem wir aufbauen und uns selber verwirklichen können.

Der nächste Schritt führt meistens zu einer Aufstiegsfortbildung. Diese ist auf Berufspraktiker mit Ausbildung zugeschnitten und soll den Weg in noch qualifiziertere Aufgaben frei machen. Für technisch qualifizierte Personen gibt es dabei zwei grundsätzliche Möglichkeiten.

Der eher praktisch und auf Führungslaufbahnen orientierte Industriemeister und der staatlich geprüfte Techniker, welche eher theoretischer Natur ist.

Natürlich gibt es noch weitere Aufstiegsfortbildung* wie den Handwerksmeister. Hier soll es jedoch nur um die Abschlüsse Industriemeister und Techniker gehen.

Doch wann ist welcher Abschluss besser?

Nun beide Abschlüsse befinden sich laut Deutschen Bildungsrahmen auf dem selben Niveau mit dem Bachelorabschluss. Dabei handelt es sich um die Stufe 6 von 8 Stufen. Aber nur weil sie gleichwertig sind, heißt es nicht dass alle für jede Position gleich gut geeignet sind.

Außerdem sagt uns die Praxis meist ganz andere Dinge, als die Theorie.

Manchmal bringt es mehr wenn du den Industriemeister angehst. In anderen Fällen wiederrum ist die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker die bessere Wahl.

Der staatlich geprüfte Techniker

Der staatlich geprüfte Techniker ist sowohl staatlich als auch bei den Unternehmen anerkannt und sehr gefragt. Der Vorteil der Weiterbildung ist, dass Techniker neben der umfangreichen Qualifizierung meist eine praktische Ausbildung mit anschließender Berufserfahrung haben.

Die Berufserfahrung kann durch langjährige Erfahrung ersetzt werden. In diesem Fall musst du also einfach mehr Berufserfahrung sammeln.

Der staatlich geprüfte Techniker bzw. die Technikerin hat den Vorteil, dass durch den Abschluss und die Ausbildung mit Erfahrung sowohl großes theoretisches Wissen als auch praktisches Können vorhanden ist. Darum haben Techniker einen großen Vorteil gegenüber anderen Abschlüssen.

Wenn du dich schon mal über den Techniker informiert hast, ist dir bestimmt schon aufgefallen, dass die Fortbildung sehr umfangreich ist. Es sind 2400 Unterrichtsstunden zu meistern. Dementsprechend lange dauert die Fortbildung. In Vollzeit musst du dafür 2 Jahre einplanen. In Teilzeit oder per Fernstudium dauert die Fortbildung länger.

Im Gegensatz zum Industriemeister ist der Techniker viel theorielastiger. Du lernst auch Deutsch und Mathe. Auch Fächer wie Englisch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde gehören zur Fortbildung. Diese Fächer beinhaltet jede Richtung und wenn es dann ums fachliche geht unterscheiden sich die Techniker im Inhalt. Vom aufbau her sind sie jedoch gleich

Der Industriemeister

Der Industriemeister ist auch staatlich anerkannt. Die Prüfungen dafür werden von der Industrie- und Handelskammer abgenommen. Wie auch den Techniker gibt es den Geprüften Industriemeister in den verschiedensten Fachrichtungen. Voraussetzung um Meister zu werden ist eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender einschlägiger Erfahrung.

Vom Umfang her ist der der Industriemeister nicht mit einem Techniker vergleichbar, da dieser oft mit ADA Schein nur auf ca. 1500 Unterrichtsstunden kommt. Er geht also in der Regel 1000 Stunden weniger zum Unterricht.

WISSENSWERT
Um zur Prüfung beim Industriemeister zugelassen zu werden, brauchst ist ein Kurs keine Pflicht. Du könntest also ohne Kurs einfach nur so zur Prüfung gehen

Allerdings ist das auch deshalb so, weil beim Industriemeister weniger allgemeinbildende Fächer unterrichtet werden. Der Industriemeister kann ebenfalls qualifizierte Fachaufgaben übernehmen, für die eine Ausbildung in der Regel nicht ausreicht.

Ein Meister hat nämlich seine theoretischen Kenntnisse stark vertieft und kann so noch besser in die Materie eintauchen. Häufig ist es jedoch so, das mit der Aufstiegsfortbildung eine Führungsposition z.B. in der Produktion angestrebt wird. Während der Weiterbildung lernt genau, wie das geht. Er wird also zur Führungskraft in der Industrie, im technischen Bereich, ausgebildet.

Erste Erkenntnisse

die erste Erkenntnis ist also, dass der staatlich geprüfte Techniker eher theoretischer Natur ist. Der Industriemeister ist hingegen viel praktischer.

Der Geprüfte Industriemeister dauert nicht so lange wie der Techniker. Auch die Inhalte sind etwas anders. Der staatlich geprüfte Techniker ist viel fachlicher ausgerichtet. der Industriemeister zielt hingegen eher auf eine Führungsposition in der Industrie ab.

Wenn du also in Zukunft als Teamleiter, Abteilungsleiter oder gar Bereichsleiter in der Produktion Karriere machen möchtest, ist der Industriemeister die bessere Wahl. Er ist kürzer als der Techniker und bereitet etwas besser auf eine Position als Schichtleiter, Fertigungsleiter etc. vor.

Als staatlich geprüfter Techniker kannst du auch Führungskraft bis zum Produktions- und Fertigungsleiter werden. Als Techniker kannst du aber auch eher in die Konstruktion, den Technischen Vertrieb oder Einkauf gehen. Als Techniker kannst du also viel eher eine Fachkarriere einschlagen.



Was verdient man mit den Abschlüssen Industriemeister und Techniker

Das Einkommen sollte nicht dein wichtigster Entscheidungfaktor sein. Viel wichtiger ist, dass du tust was du magst. Jedoch spielt das Gehalt dann oft doch auch ein Rolle.

Also solltest du bei der Frage “Industriemeister oder Techniker” auch das Einkommen miteinbeziehen.

Laut Gehalt.de* beträgt das Gehalt bzw. der Lohn eines Maschinenbautechnikers zwischen nicht ganz 3400 Euro und 4400 Euro brutto im Monat. das ist schon mal ganz gut und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Das Gehalt einen Geprüften Industriemeister – Metall beträgt dabei zwischen 2400 Euro und etwas mehr als 4700 Euro brutto im Monat.

Dieses Beispiel zeigt uns, dass die Löhne nicht so weit auseinandern sind. Techniker und Meister verdienen ziemlich ähnlich. Auffällig ist, dass der Meister mit 4700 Euro in der Spitze mehr verdient. Die Gehaltsspanne ist jedoch etwas größer als beim Techniker.

  • Unternehmensgröße
  • Berufserfahrung
  • Branche
  • Geschlecht
  • Führung ja/nein
  • Verhandlungsgeschick
  • Tarifvertrag ja/nein
  • Region – in südlichen Bundesländer meist mehr und nördlich weniger

Dazu muss dir aber auch das Folgende bewusst sein. Dein Einkommen hängt meist nicht nur von der einen Fortbildung ab. Es spielen weitere Faktoren eine Rolle. So kommt es auch auf die Fachrichtung an. Weitere Faktoren die eine Rolle spielen sind:

In diesen Bereichen bist du später tätig

als Industriemeister

Montageleiter
Ausbildungsmeister
Arbeitsvorbereiter
Produktionsleiter
Schichtleiter
Gruppenleiter
Abteilungsleiter
in der Qualitätssicherung

als Techniker

Produktionsleiter
im Qualitätsmanagement
in der Qualitätssicherung
Arbeitsvorbereiter
in der Konstruktion
im Einkauf
in der Entwicklung
in Vertrieb

Industriemeister oder staatlich geprüfter Technik – deine Ziele entscheiden

Du hast in diesem Artikel viel über Industriemeister und Techniker erfahren. Je mehr du darüber weißt desto besser. Du weißt, dass die Verdienste in den meisten Bereichen zusammenliegen. Du weißt auch welche Berufe du mit den Fortbildungsabschlüssen möglich sind.

Für jeden der Fortbildungswege kannst du auch Aufstiegs-Bafög beantragen.

Im Endeffekt kommt es auf dich an. Es kommt auf dich und deine Ziele an. Auch dein zeitlichen Ressourcen sind entscheidend und deine Neigungen. Der Techniker ist wie bereits erwähnt theoretischer und mit dem Industriemeister bist du schneller fertig. Mit beiden Abschlüssen gibt es weitere Fortbildungsmöglichkeiten wie den Geprüften Technischen Betriebswirt oder ein anschließendens Hochschulstudium.

Währe ich in deiner Situation, würde ich mich erstmal genau über die jeweiligen Fortbildungen informieren.

  • Welche Inhalte muss ich bei der jeweiligen Fortbildung lernen?
  • Wo kann ich die Fortbildung machen?
  • Bringt mich der Abschluss zu meinem Ziel?
  • Bin ich eher Theoretiker oder Praktiker?
  • Möchte ich Führungskraft werden oder eher eine Fachkarriere entschlagen?
  • Welcher der Abschlüsse sagt mir mehr zu?
  • Womit kann ich mich idenzifizieren?

Das sind alles Fragen, die ich mir stellen würde. Dann würde ich die Informationen die ich bei der Recherche gefunden habe mit meinen Zielen abgleichen. Ich würde da ruhig eine Checkliste machen und immer wenn was auf den Techniker oder Industriemeister zutrifft jeweils ankreuzen.

Da wo ich dann mehr Kreuze habe, das würde ich machen. Ich bin da ziemlich rational. Du kannst aber natürlich auch deine Gefühle miteinfließen lassen. Wenn du beim Techniker ein besseres Gefühl hast als beim Techniker ode rumgekehrt, dann solltest du das mit ein deine Entscheidung einbeziehen.

Was ich auch tun würde mit vielen Menschen sprechen. Besonders jene die schon Industriemeister oder Techniker sind, sind sehr interessate Gesprächspartnern. Da kannst auch du um Rat fragen. Erfahrungen sind immer gut und davon kannst und solltest du profitieren.

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