Karriere ohne Hochschulstudium ist nicht einfach aber durchaus möglich: Bei den Ausbildungsberufen und handwerklichen Berufen ist die Karriereleiter ohne ständige Fortbildungen schnell zu Ende. Beständige Weiterbildungen, Vertiefungen von Fachwissen und Spezialisierungen machen dich interessant und halten dich wettbewerbsfähig.

Allerdings solltest du nicht wild alle möglichen Weiterbildungen besuchen, sondern planvoll vorgehen. Welche Fortbildung führt dich zum nächsten Ziel? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten benötigst Du, um innerbetrieblich auf die nächsthöhere Ebene zu wechseln?

Manchmal mag es nur ein Sprachkurs oder ein Computerkurs sein. In anderen Fällen wird es anstrengender: Die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker ist eine der sogenannten Aufstiegsfortbildungen. Diese ist sehr umfangreich und auf keinen Fall leicht. Genau um diese Fortbildung soll es hier gehen.

Was genau ist eine Aufstiegsfortbildung?

Aufstiegsfortbildungen sollen Menschen ohne Hochschulstudium den beruflichen Aufstieg ermöglichen. Die Fortbildungen können in einem Kurs in einer schulischen Einrichtung stattfinden, können teilweise im Selbststudium absolviert werden, können aber auch komplette Fernlehrgänge sein.

Was Du auswählst, hängt von Deinen Möglichkeiten und Deinen Vorlieben ab. Beim staatlich geprüften Techniker ist es jedoch so, dass du einen Kurs besuchen musst. Das ist nicht wie bei einem Meister, Fachwirt oder Geprüften Betriebswirt wo du auch einfach so zu den Prüfungen gehen könntest.

Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker
Industriemeister oder staatlich geprüfter Techniker werden?

Manche Menschen können nur in der Gruppe zusammen mit anderen lernen, andere bevorzugen die freie Zeiteinteilung und hohe Flexibilität bei einem Fernkurs. Wichtig ist: Der Bildungsträger ist zertifiziert und bereitet dich in der Fortbildung auf die Prüfung vor. In diesem Fall zum staatlich geprüften Techniker. Denn diese Prüfung wird knackig, sie ist ein Fachschulabschluss, der berufsqualifizierend ist. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen sind bei diesem Abschluss vom Staat konzipiert, und der Bildungsträger muss den Kurs entsprechend gestalten.

Wer bietet die Ausbildung an?

Die Aufstiegsweiterbildung zum staatlich geprüften Techniker wird von Technikerschulen angeboten. Die meisten dieser Schulen sind staatliche Fachschulen. Es gibt aber auch private Bildungsträger, die die Fortbildung anbieten. Um an der Schule oder in dem Kurs angenommen zu werden, bewirbt man sich dort einfach erst einmal.

Wer die Zugangsvoraussetzungen erfüllt und die Fortbildung mit seiner Lebenssituation vereinbaren kann, wird in der Regel auch angenommen. Während der Fortbildung befasst man sich mit unterschiedlichen Themen und Fachgebieten Dabei habe ich mich am Beispiel eines Technikers im Bereich der Elektronik orientiert:

  • Deutsch
  • Englisch
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Recht
  • Umwelt
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Mathematik
  • Projektmanagement
  • elektrische, elektromechanische und elektronische Baugruppen
  • mechanische Baugruppen
  • Steuerungen
  • Präsentationsmethoden und Datenverarbeitungssysteme
  • Daten verwalten und präsentieren
  • mechatronische Systeme
  • Automatisierung von Systemen
  • Projektareit

Wenn du deinen staatlich geprüften Techniker in einem anderen Fachbereich machst, dann sind vor allem die fachlichen Fortbildungsinhalte etwas anders. So lernst du im Bereich Maschinenbau und Holz andere fachliche Inhalte kennen, als dies bei einem Techniker im Bereich Elektro der Fall ist.

Zu den aufgeführten Pflichtfächern kommen ein Wahlpflichtbereich und ein Wahlbereich, aus denen noch einmal Themen gewählt und bearbeitet werden müssen. Am Ende der Aufstiegsfortbildung absolvierst du ein Staatsexamen, das aus vier allgemeinnbildenden, vier fachbezogenen Büchern sowie der Projektarbeit (auch als Technikerarbeit bezeichnet) besteht.

Wie genau die Prüfung aufgebaut ist, welche Fächer abgeprüft werden und in welchem Umfang du dich selbst für die Prüfungsfächer entscheiden kannst, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Denn die Ausgestaltung der Aufstiegsfortbildung und darauf resultierend die Konditionen der Abschlussprüfung sind Ländersache.



Und was bringt das?

Zuerst einmal bist Du mit dem Titel “Staatlich geprüfter Techniker” in der Lage, dich auf ganz andere Stellen zu bewerben. Du hast Kenntnisse und Fähigkeiten, die du ohne diese Fortbildung nicht hättest. Aufstiegsfortbildungen wirken sich positiv auf deine Karriere aus: Dein Gehalt wird steigen, vermutlich wirst du andere Aufgaben und mehr Verantwortung im Betrieb übernehmen. Du hast mit der Fortbildung bewiesen, dass du organisiert, diszipliniert, lernfähig sowie lernwillig und zudem noch zukunftsorientiert bist. Diese “Skills” sind gefragt und natürlich ist auch Eigenengagement ist gefragt.


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Zusätzlich erhält Du mit dem Abschluss des staatlich geprüften Technikers die Hochschulzugangsberechtigung. Du kannst danach entweder an einer Fachhochschule oder an einer Universität studieren. Und das ist auch dann der Fall, wenn du kein Abitur oder die Fachhochschulreife gemacht hast.

 

Außerhalb Deutschlands wird Dein neuer Titel als staatlich geprüfter Techniker mit den Umschreibungen State-Certified Engineering oder State-certified technical Engineering geführt. Die Übersetzung des Abschlusses bietet im Gegensatz zu einem akademischen Abschluss jedoch keine Rechtsgültigkeit.

Der staatlich geprüfte Techniker ist auf der Stufe 6 des EQR/DQR (also des Europäischen Qualifikationsrahmens und des Deutschen Qualifikationsrahmens). Auf dieser Stufe stehen auch die Abschlüsse Meister und Bachelor – der staatlich geprüfte Techniker ist mit den Abschlüssen Meister, Fachwirt und auch mit dem akademischen Bachelorabschluss gleichwertig.

Das heißt jedoch nicht, dass die Abschlüsse Meister und Bachelor gleichartig sind. Sie sind gleichwertig. Erst die langjährige Berufstätigkeit und die Erfahrung sowie weitere Fortbildungen bringen den staatlich geprüften Techniker dahin, dass man von gleichwertigen Abschlüssen sprechen kann. Wenn du dich noch genauer über den Deutschen Qualifikationesrahmen informieren möchtest, kannst du das hier machen.

Was macht ein staatlich geprüfter Techniker?

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor ist die Fachrichtung, welche du eingeschlagen hast. Die Fachrichtung hängt wiederrum von deiner Ausbildung und deiner Berufserfahrung ab. Schließlich ist eine Ausbildung und Berufserfahrung bist auf wenige Ausnahmen eine Voraussetzung um staatlich geprüfter Techniker werden zu können. Beim Techniker gibt es u.a. die folgenden Fachrichtungen:

  • Maschinenbau
  • Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik
  • Gießereitechnik
  • Milchwirtschaft und Molkereiwesen
  • Bergbautechnik
  • Maschinentechnik
  • Mechatronik
  • Kältetechnik
  • Kraftfahrzeugtechnik
  • Karosserie- und Fahrzeugtechnik
  • Elektrotechnik
  • und viele mehr.

Hast du deinen Abschlus sin der Tasche, dann kannst du verschiedene Wege einschlagen So kannst du dich beispielsweise selbständig machen.

Mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Techniker kannst du dich in die Handwerksrolle eintragen lassen, die bei der zuständigen Handwerkskammer geführt wird. Der Abschluss in den Handwerken und den gleichgestellten Fachrichtungen erlaubt das. Der Abschluss ist also eine Möglichkeit ohne einen Meisterabschluss in einem zulassungsbeschränkten Handwerksberuf aktiv zu werden.

Bereits vor deiner Fortbildung zum Techniker und jeder anderen Fortbildung auch, solltest du dir Gedanken darüber machen was du erreichen willst.

Du kannst jedoch auch einen anderen Betrieb speziell in deiner Fachrichtung eröffnen. Was du dabei beachten solltest ist, dass du dich gut vorbereitest. Ein ausgefeilter Businessplan ist zu empfehlen. Was dir außerdem helfen kann ist eine Gründungsberatung. Dazu kannst du dich bei den Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern informieren.

Karriere als staatlich geprüfter Techniker

Bist du in einem handwerklichen Betrieb als Angestellter tätig, dann kannst du dort wichtige Spealistenaufgaben wahrnehmen. Im Maschinenbau kannst du beispielsweise als Konstrukteur oder auch im Einkauf oder Vertrieb tätig sein. Du kannst jedoch auch Führungsverantwortung wahrnehmen.

In kleineren bis mittleren Handwerksbetrieben kannst du als staatlich geprüfter Techniker sogar in die Geschäftsführung aufsteigen.

In der Industrie ist das Tätigkeitsfeld oft ein wenig anders: Hier kannst du in der Forschung, in der Entwicklung oder im Projektmanagement tätig sein. Ein staatlich geprüfter Techniker ist Projektleiter oder Konstrukteur, betätigt sich als Prozessplaner oder als Qualitätsplaner.

Du kannst außerdem die Arbeitsvorbereitung in der Produktion wahrnehmen. Oder du bist für die Abteilungsleitung, in der Projektleitung und/oder kannst die Betriebsleitung übernehmen. Ein staatlich geprüfter Techniker kann in der Industrie auch im Qualitätsmanagement eingesetzt werden. Weitere mögliche Tätigkeitsfelder sind Einkauf und Vertrieb sowie Controlling, und natürlich fällt die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften auch in das Aufgabenfeld des staatlich geprüften Technikers.

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich im Bildungssystem: Hier ist der staatlich geprüfte Techniker als technischer Fachlehrer tätig, und zwar an beruflichen Schulen. Als Fachlehrer übernimmt ein Techniker dann vor allem den praktischen Teil an Berufsschulen und ist nicht mit einem Berufsschullehrer gleichzuetzen.

Möchtest du als staatlich geprüfter Techniker Berufsschullehrer werden, brauchst du ein zusätzliches Studium.

FAZIT: Ein staatlich geprüfte rTechniker führt die folgenden Tätigkeiten aus

Was genau ein staatlich geprüfter Techniker in seinem beruflichen Alltag tut, hängt zu einem guten Teil von Betrieb, genauer Position und individuellen Betriebsabläufen ab. Daher kann ich dir an dieser Stelle kein allgemein gültiges Bild der täglichen Tätigkeiten im Sinne einer Aufstellung geben (“von acht bis neun telefoniert ein staatlich geprüfter Techniker mit Geschäftskunden, anschließend finden etwa zwei Stunden lang betriebsinterne Qualitätskontrollen statt …”). Du solltest aber natürlich doch wissen, was genau du künftig tun kannst.

Um dir wenigstens eine grobe Vorstellung zu geben, habe ich mir den Lehrplan des Landes Hessen für den staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Mechatronik angesehen. Da ist steht, das die betrieblichen Tätigkeitsbereiche für den staatlich geprüften Techniker die folgenden typischen Tätigkeiten vorsieht (übernommen von wikipedia):

  • Methoden der Ideenfindung und Bewertung anwenden,
  • Lösungsstrategien entwickeln, Lösungsverfahren auswählen,
  • Planungs- und Arbeitsschritte dokumentieren,
  • Arbeitsanweisungen und Betriebsanleitungen erstellen,
  • Ingenieurwissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden anwenden,
  • Lösungen technisch und wirtschaftlich beurteilen,
  • Technik human-, sozial- und umweltverträglich gestalten,
  • Baugruppen, Anlagen und Systeme entwickeln und produzieren,
  • Baugruppen, Anlagen und Systeme inbetriebnehmen und instand halten,
  • Kostenrechnungen durchführen,
  • Qualitäts- und Umweltmanagement anwenden
  • Beraten und verkaufen,
  • Ausbilden, Fortbilden.

Damit verbunden sind laut der Aufstellung die folgenden Fähigkeiten (gleiche Quelle):

  • Probleme analysieren, strukturieren und lösen,
  • Informationen selbständig beschaffen, auswerten und strukturieren,
  • fähig sein, im Team zu arbeiten, aber auch Führungsaufgaben zu übernehmen,
  • sich in einer Fremdsprache berufsbezogen informieren und kommunizieren,
  • sich berufsbegleitend fortbilden.

Diese Tätigkeiten lassen sich noch weiter aufschlüsseln, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Zumal sich die einzelnen Fachrichtungen unterscheiden: Nicht jeder staatlich geprüfter Techniker geht in die Richtung Mechatronik.

Lohnt sich der staatlich geprüfte Techniker?

Die Aufstiegsfortbildung lohnt sich auf jeden Fall, wenn du dich bei deiner jetzigen Tätigkeit in irgendeiner Art und Weise nicht ganz wohl fühlst oder den dran hast Karriere zu machen. Sei es nun Langeweile ob der ewig gleichen Aufgaben, die du schon seit vielen Jahren ausübst, oder weil du eine Gehaltssteigerung erhoffst.

Ganz kostengünstig ist die Fortbildung nicht, aber sie zahlt sich aus. Absolventen und Absolventinnen einer Aufstiegsfortbildung berichten laut Umfragen der IHK schon ein Jahr nach Abschluss der Fortbildung von Gehaltserhöhungen, spannenderen Aufgaben, mehr Verantwortung im Beruf und damit mehr Freude an der Erwerbstätigkeit.

Nicht bei allen Absolventen und Absolventinnen stellte sich die Gehaltserhöhung sofort nach der Aufstiegsfortbildung ein. Bei manchen dauerte es bis zu fünf Jahren oder länger. Aber selbst zu diesem Zeitpunkt standen die Befragten ihrer Fortbildung positiv gegenüber und waren von langfristigen Auswirkungen sehr überzeugt.

Insofern lohnt sich der staatlich geprüfte Techniker durchaus. Wenn duallerdings erwartest, dass sich die Kosten der Aufstiegsfortbildung innerhalb eines Jahres amortisiert haben – nein, das funktioniert nicht. Denn dafür ist die Aufstiegsfortbildung zu kosten- und zeitintensiv. Außerdem ist es wie überall im Leben. eine Garantie gibt es nicht. Die Chancen auf ein erfolgreicheres Berufsleben sind jedoch schon sehr hoch.

ADer Abschluss lohnt sich nicht nur aus Karriersicht, sondern auch aus einer anderen Sicht: Er gibt eine höhere Arbeitsplatzsicherheit. Denn wenn in einem Betrieb Stellen abgebaut werden, trifft es meist eher die Menschen auf niedrigeren Positionen, mit einer niedrigeren Ausbildung. Auch das berichteten viele der Befragten der IHK-Studie. Sie fühlten sich durch die Aufstiegsfortbildung sicherer in ihrer Position, sahen mehr Aufstiegschancen, und fühlten sich insgesamt besser gestellt auf dem Arbeitsmarkt.

Ob sich die Aufstiegsfortbildung für dich lohnt, hängt ganz konkret von deiner beruflichen Situation und deinem bisherigen Werdegang ab. Denn ein staatlich geprüfter Techniker kann in alle möglichen Bereiche und Felder gehen, wie bereits erwähnt wurde.

Du solltest die Aufstiegsfortbildung finden, die zu dir und deiner bisherigen Tätigkeit passt. Vielleicht ist ja der Techniker nicht das Richtige für dich und ein Meister oder Geprüfter Technischer Fachwirt währe besser. Das hängt von den erwähnten Faktoren, aber auch ganz stark von deinen Zielen ab.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Staatlich geprüfter Techniker ist eine Aufstiegsfortbildung, die an den Fachschulen für Technik in Deutschland angeboten wird. Die Zugangsvoraussetzungen für den Fortbildung sind die folgenden:

  • Du solltest eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deiner Fachrichtung mit einer Dauer von wenigstens zwei Jahren vorweisen.
  • Du solltest eine einschlägige berufliche Tätigkeit, basierend auf deiner abgeschlossenen Berufsausbildung, von wenigstens einem Jahr vorweisen.
  • Beides zusammen sollte wenigstens vier Jahre in deinem Lebenslauf abdecken. Wie genau sich die vier Jahre verteilen ist nicht wichtig, solange die ersten beiden Bedingungen erfüllt sind.
  • Du brauchst einen Berufschulabschluss.
  • Kannst Du keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen, kann unter Umständen der Schulabschluss Mittlere Reife geltend gemacht werden. Das geht aber nur in Verbindung mit einer siebenjährigen qualifizierenden Tätigkeit in einem Beruf, der der Fachrichtung entspricht.
  • Außerdem kann eine berufsnahe Verwendung bei der Bundeswehr angerechnet werden, wenn eine entsprechende Bescheinigung des Berufsförderungsdienstes (BFD) vorliegt.

Das sind die formalen Voraussetzungen. Die befähigen Dich aber noch nicht, die Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker auch wirklich durchzuziehen.

Ein staatlich geprüfter Techniker braucht kommunikative Fähigkeiten, ein größeres mathematisches Verständnis, Lernwillen und Durchhaltevermögen. Wenn dir das Stillsitzen in der Schule und der theoretische Lernstoff gar nicht liegen, wirst du dich eher quälen und wenig Spaß an der Fortbildung haben.

Du brauchst technisches Verständnis, Interesse an ganz unterschiedlichen Bereichen der Mechatronik, Mechanik, Elektrotechnik und vielen mehr. Je nach Fachichtung du gehen möchtest. Wenn du dich für die Aufstiegsfortbildung interessierst, solltest du dir die Lerninhalte genau ansehen und verschiedene Schulen, die den Abschluss anbieten, miteinander vergleichen. Dann bekommst Du eine Idee davon, welche Fähigkeiten du mitbringen solltest.

Was kostet die Fortbildung?

Jede Fortbildung kostet Geld, und ein staatlich geprüfter Techniker ist da keine Ausnahme. Die Kosten variieren, abhängig vom Anbieter. Allerdings hängt es auch davon ab, welche Form der Fortbildung du wählst.

Die Aufstiegsfortbildung muss mindestens 2.400 Unterrichtsstunden umfassen. Sie kann in Vollzeit absolviert werden, dann dauert das zwei Jahre beziehungsweise vier Semester.

Du kannst die Weiterbildung aber auch in Teilzeit machen. Dann dauert sie wenigstens drei Jahre beziehungsweise sechs Semester, kann aber auch vier Jahre (acht Semester) dauern. Das hängt von der gewählten Fachrichtung und von der anbietenden Fachschule ab.

Eine dritte Möglichkeit ist, dass du die Aufstiegsfortbildung in Form eines Fernstudiums absolvierst. Und da ist die Zeiteinteilung völlig frei. Es gibt bei den anbietenden Bildungsinstituten eine Mindestdauer und eine Höchstdauer, die aber unter Umständen und bei schwerwiegenden Gründen (Krankheit, berufsbedingte Engpässe, Familienzuwachs, Pflege von Familienmitgliedern und andere) verlängert werden kann. Daher kann ich dir so pauschal gar nicht sagen, wie lange du lernen wirst.

An den staatlichen Fachschulen ist die Aufstiegsweiterbildung teilweise kostenlos, wenn man von den Arbeitsmaterialien und der benötigten Literatur absieht. Da du hier aber in Vollzeit lernst, musst du deinen Lebensunterhalt in dieser Zeit irgendwie bestreiten. Außerdem können auch an diesen Fachschulen Prüfungsgebühren anfallen, die sich im dreistelligen Bereich bewegen.

An anderen Schulen fallen Ausbildungskosten, Schulgeld oder andere Zahlungen an. Wichtig: Wenn Du in Vollzeit oder in Teilzeit lernst, kannst du deinen Beruf nicht immer wie bisher ausüben und hast nicht mehr das gleiche Einkommen. Beim Teilzeitkurs ist das noch viel eher möglich. Vor allem wenn du keine Schicht arbeitest, dann ist Teilzeit ganz gut neben dem Job möglich.

Die Kosten für die Aufstiegsfortbildung setzen sich also nicht nur aus Schulungs-, Prüfungs- und Materialkosten zusammen, sondern du solltest auch kalkulieren, was du täglich zum Leben brauchst.

Die Qualifikation staatlich geprüfter Techniker lohnt sich. Die meisten steigen beruflich auf und verdienen mehr Geld.

Die kostenintensivste Variante ist das Fernstudium: In diesem Fall absolvierst du die Aufstiegsfortbildung zu Hause, alleine. Du hast keine festen Unterrichtszeiten, keine Klassenräume, keine Prüfungen, für die du irgendwo hinfahren musst. Es gibt keine Termine.

Du bekommt deine Lernmaterialien per Post oder über das Internet. Du musst dich in diesem Fall sehr gut organisieren, viel Disziplin zeigen und wirklich viel in Eigeninitiative machen. Die privaten Bildungsträger, die diese Form der Aufstiegsfortbildung anbieten, stellen zwar Mentoren und Betreuer ab, aber der Kontakt läuft immer über Telefon, Internet oder Briefverkehr.

Das ist eine angenehme Form des Lernens, wenn man in Vollzeit berufstätig ist und das bleiben will und jeden Tag ein paar Stunden zum Lernen freihalten kann. Aber es ist auch die kostenintensivste Form der Aufstiegsfortbildung:

Die Institute und Akademien verlangen normalerweise vierstellige Beträge, die in monatlichen Studiengebühren zu leisten sind. Diese monatlichen Gebühren liegen in der Regel auch schon im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Das ist nichts, was man mal eben so vom Gehalt übrig hat. Daher solltest Du Dich nach Fördermöglichkeiten erkundigen. Eine erste Übersicht gebe ich dir hier.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Ein staatlich geprüfter Techniker ist ein anerkannter Abschluss, der dir berufliche Möglichkeiten und vor allem berufliche Stabilität geben soll. Die Aufstiegsfortbildung wird mit Aufstiegs-BAföG gefördert. Aufstiegs-BAföG ist ein zinsgünstiges Darlehen, das zweckgebunden gewährt wird.

Der Vorteil des Aufstiegs-Bafögs ist, dass du einen Teil dieser Förderung als nichtrückzahlbaren Zuschuss bekommst. Dies ist etwa die Hälfte. Den anderne Teil der Fortbildungskosten bekommst du über das Aufstiegs-Bafög als zinsgünstiges Darlehen zur Verfügung gestellt. Neben den Kursgebühren können auch weitere Kosten wie Fahrtkosten, Fortbildungsunterlagen etc. gefördert werden.

Neben den Fortbildungskosten, ist im Vollzeitstudium auch möglich den Lebensunterhalt finanzieren zu lassen. Auch das ist unter bestimmten Voraussetzungen durch das Aufstiegs-Bafög möglich.

Neben dem Aufstiegs-Bafög kannst du für deinen Techniker unter Umständen auch Schüler-Bafög beantragen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn du deinen Techniker im Vollzeitkurs an einer Fachschule machst.

Was verdient ein staatlich geprüfter Techniker?

Als staatlich geprüfter Techniker ist dein Gehalt in der Regel höher als ohne den Abschluss. Wie hoch genau, kann aber nicht pauschal gesagt werden. Denn das hängt von deiner vorherigen Ausbildung und Qualifikation, der Fachrichtung, dem Betrieb und anderen Faktoren ab.

Eine erste Idee davon, was sich für dich ändern könnte, geben dir die Gehaltsvergleiche online. Dort gibs du einen Beruf ein und lässt dir einen groben Wert sagen. Das ist aber wirklich nur ein grober Anhaltspunkt! Für Gehaltsverhandlungen mit deinem Vorgesetzten sind diese Angaben wirklich nur zur groben Orientierung geeignet.

Staatlich geprüfter Techniker ist nicht gleich Staatlich geprüfter Techniker. Nimmt man alle Möglichkeiten zusammen und ermittelt einen Durchschnittswert, liegt das Gehalt bei etwa 3.500 Euro Brutto.

Dabei ist das Gehalt in gut bezahlten Branchen meist sehr viel besser. So kannst du als Maschinenbautechniker oder im Elektrobereich über 5000 Euro verdienen. Dafür brauchst du dann meist jedoch eine Führungspostion.

Was dir dabei auch helfen kann sind Tarifverträge. So kann man den beispielsweise bei der IG Metall Tarifverträge einsehen und wenn du googlest, dann bekommst du auch heraus in welcher Lohngruppe der Techniker angesiedelt ist. So kannst du schnell feststellen, was du als staatlich geprüfter Techniker in einem tarifgebunden Unternehmen bekommst.

Meister, Bachelor, Staatlich geprüfter Techniker – was ist mehr wert?

Es gibt keine Unterschiede in der Wertigkeit dieser drei Abschlüsse. Zumindest befinden sie sich alle auf dem gleichen Kompetenzniveau des Europäischen Qualifikationsrahmens EQR und des Deutschen Qualifikationsrahmens DQR. Die Abschlüsse sind alle auf der Stufe 6 eingeordnet.

Allerdings hängt es davon ab, in welchem Betrieb du was genau machen willst, ob du dich selbständig machen willst, angestellt arbeitest oder eine andere Form der Berufstätigkeit wählst.

Denn für manche Karrierewege ist ein staatlich geprüfter Techniker sinnvoller, für andere Wege der Meister oder der Bachelor. Was für dich in Frage kommt, sollte von deinem bisherigen Bildungsweg, deiner Berufserfahrung und deinen Zukunftsplänen abhängen.

Wissenswert dazu ist auch, dass wenn du wissenschaftlich arbeiten möchtest, brauchst du ein Studium. In so einem Fall ist ein staatlich geprüfter Techniker nicht der passende Abschluss. Auch im Top-Management von Konzernen und auch anderen größeren Unternehmen über 1000 Angestellten, sind hauptsächlich Akademiker zu finden.

staatlich geprüfte Techniker haben hingegen den großen Vorteil, dass sie Praxis und Theorie extrem gut vereinen. Sie sind Praktiker mit hervorragenden theoretischen Kenntnissen.

Mögliche weitere Fortbildungen

Mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Techniker hast du ein sehr hohes Niveau erreicht. Doch es hilft nichts. Ohne Weiterbildung geht es auch dann nicht. Wir leben in einer Zeit des lebenslangen Lernens.

Als Techniker hast du viele Möglichkeiten. Du kannst Beispielsweise den Geprüften Technischen Betriebswirt IHK oder den Geprüften Betriebswirt HWO machen. Diese Fortbildungen befinden sich auf Stufe 7 des Qualifikationsrahmens und damit auf der selben Stufe wie der akademische Masterabschluss. Ein Betriebswirt als weiterer Abschluss ist sinnvoll, wenn du in einer Schnittstellenposition arbeiten möchtest. Das ist beispielsweise im Vertrieb oder Einkauf der Fall.

Auch als Techniker ist Fort- und Weiterbildung sehr wichtig. Wir leben in einer Zeit wo du dran bleiben musst um erfolgreich zu sein.

Neben einen der Betriebswirte kannst du auch den Geprüften Technischen Industriemanager IHK machen. Dieser Abschlüss befinden sich auf der selben Stufe wie die Meister. Im Gegensatz zu diesen Abschlüssen ist der Industriemanager jedoch stark technisch bezogen.

Wenn du keine weitere anerkannte Fortbildung machen möchtest, dann gibt es ebenfalls Möglichkeiten. Du kannst dich durch Anpassungsfortbildungen noch mehr zum Experten machen. So sind im Bereich Qualitätsmanagement Fortbildungen der TÜV-Akademie wie Qualitätsmanger TÜV etc. sehr beliebt. Bist du hingegen in der Arbeitsvorbereitung, sind REFA-Kurse gefragt.

Du kannst jedoch auch deine Sprachkenntnisse ausbauen oder dich im IT-Bereich fit machen.

Ein weiterer Weg, der heute auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife nur mit einem Techniker- oder Meisterabschluss möglich ist, ist ein Hochschulstudium. Hier kannst du zwischen Universität oder Fachhochschule und Studiengang entscheiden. Du bist als staatlich geprüfter Techniker nicht auf einen Fachbereich festgelegt. Du könntest auch einen anderen Studiengang in Angriff nehmen.

Ob sich das lohnt und was sich für dich am besten rentiert, hängt u.a. auch von deinen Zielen ab. Als Ratschlag möchte ich dir mitgeben nicht nur auf das Einkommen zu schauen. Geld ist wichtig, ich weiß. Jedoch bringt das meiner Erfahrung nach nichts wenn du keinen Spaß bei der Sache hast.

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