Du hast bereits eine Aufstiegsfortbildung zum Meister oder Techniker abgeschlossen? Du möchtest eine weitere anerkannte Qualifikation erwerben? Dann ist die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Technischen Industriemanager IHK eine tolle Möglichkeit. Hier findest du nutzliches Wissen zu dieser Fortbildung.

Was macht ein Geprüfter Technischer Industriemanager?

Bei der Fortbildung zum Geprüften Technischen Industriemanager IHK handelt es sich um eine weitere Aufstiegsfortbildung. Diese ist von der Wertigkeit her auf dem selben Niveau wie ein Technischer Betriebswirt oder Geprüfter Berufspädagoge IHK.

Fernstudium zum Industriemeister
Jetzt kostenlos informieren*
4 Wochen kostenlos lernen
flexibel studieren
Aufstiegs-Bafög als Förderung für Techniker und Meister möglich

Was du mit diesem Abschluss für Aufgaben übernimmst, hängt nicht nur von der Fortbildung selber ab. Auch deine Vorbildung und natürlich auch deine Ziele spielen eine Rolle. So wird ein Industriemeister Metall mit dieser Qualifikation meist ein ganz anderes Ziel verfolgen wie ein Meister im Holzbereich.

Im Grunde kannst du mit diesem Abschluss in ingenieurnahmen Tätigkeiten arbeiten. So ist es denkbar Karriere in der Konstruktion zu machen. Du kannst damit aber auch eine Führungsposition in der Fertigung einnehmen. Ebenfalls denkbar ist eine Karriere im Prozessmanagement oder dem Bereich der Qualität.

Grundsätzlich gilt es sich bereits bei der Zielplanung Gedanken über die Zukunft zu machen. Man sollte sich fragen, ob man eher Spezialist oder Führungskraft werden möchte usw.

Die Fortbildung – das lernst du

Im Gegensatz zum Geprüften Technischen Betriebswirt IHK, ist die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Industriemanager IHK technisch orientiert.

Zu den Kursinhalten gehört beispielweise der Bereich „Technik und Produktionsprozesse“. Hier lernst du wichtiges Mathewissen für deinen späteren Beruf. Du lernst Themen wie:

  • Festigkeitslehre
  • Kinematik
  • Kinetik
  • Mechanik
  • Thermodynamik
  • und Konzepte und Anwendung betrieblicher IT-Systeme

Im weiteren Verlauf der Fortbildung bekommst du dann Wissen in Automatisierungstechnik und Elektrotechnik sowie Werkstofftechnik vermittelt. Auch Prozessmanagement sowie technologische Beratungskompetenz sind ein Kursteil.

Am Ende des Kurses musst du dann noch eine Projektarbeit und ein projektarbeitsbezogenes Fachgespräch absolvieren, um den Abschluss Geprüfter Industriemanager IHK zu erlangen.

Kosten und Kursdauer

Die Fortbildung ist noch ziemlich neu. Daher gibt es meines Wissens bis jetzt nur wenige Kurse die angeboten werden. In der Regel werden diese von den Industrie- und Handelskammern selber durchgeführt. Außerdem gibt es aktuell kein Fernstudium sondern nur Kurse in Teilzeit.

Diese dauern ca. 2,5 Jahre und du musst dafür 1000 Unterrichtsstunden absolvieren. Die Teilnahme an einem Kurs ist nicht verpflichtend. Jedoch ist dies zu empfehlen. Die Prüfungen ohne eine ausreichende Vorbereitung zu schaffen ist kaum möglich.

Wie auch beim Industriemeister oder Fachwirt der Fall, ist diese Aufstiegsfortbildung nicht ganz billig. Die Kosten für den Kurs belaufen sich auf nicht ganz 6800 Euro zzgl. Prüfungsgebühren und Kosten für Lehrmaterial.

Wie auch bei anderen Aufstiegsfortbildungen kannst du eine Förderung beantragen. Das Aufstiegs-Bafög ist dafür bestens geeignet. Dabei wird dir ein Teil der Kosten als Zuschuss und der andere als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Das ist natürlich ein großer Vorteil. Wenn du einen Vollzeitkurs machst, kannst du in vielen Fällen auch Lebensunterhaltskosten beantragen. Die sind etwa in der selben Höhe wie beim normalen Schüler-Bafög.

Voraussetzungen

Um zu den Prüfungen zugelassen zu werden musst du bestimmte formale Voraussetzungen erfüllen. Du brauchst dafür eine erste technische Aufstiegsfortbildung. Dies kann sein

  • ein Industriemeister
  • ein Abschluss zum staatlich geprüften Techniker
  • ein gleichwertiger Meisterabschluss zum Industriemeister
  • eine Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Technischen Fachwirt IHK
  • ein mit Erfolg abgelegtes technisches Hochschulstudium mit mindestens zweijähriger einschlägiger beruflicher Praxis nachweist

Neben diesen formalen Voraussetzungen solltest du auch persönliche Stärken mitbringen. Du solltest dich beispielsweise gut motivieren können. Auch Disziplin und eine gewisse Freude fürs Lernen sind sehr hilfreich.

Industriemanager oder Technischer Betriebswirt – was bringt mehr

Mit einer Fortbildung zum Meister, Techniker oder Technischen Fachwirt kannst du sowohl den Geprüften Industriemanager als auch den Technischen Betriebswirt machen. Viele fragen sich da, was den mehr bringt. Die kurze Antwort lautet – das hängt von deinen Zielen ab.

Der Geprüfte Industriemanager IHK ist technisch orientiert. Du wirst eher in Bereichen wie

  • Prozessplanung
  • Konstruktion
  • Arbeitsvorbereitung

usw. tätig sein. Als Geprüfter Technischer Betriebswirt IHK bekommst du zu deinem technischen Background wissen in BWL an die Hand. Die Fortbildung zum Betriebswirt zielt also eher auf Schnittstellenpositionen ab, wie:

  • Vertrieb
  • Einkauf
  • Produktionscontrolling

„Das Praxisstudium zum Technischen Industriemanager ist eine technikorientierte Alternative zum stärker auf Managementaufgaben ausgerichteten Technischen Betriebswirt.“

Quelle IHK-Akademie Schwaben 07.08.2019

usw. Rein von der Anerkennung und Wertigkeit im beruflichen Aus- und Fortbildungssystem sind die Abschlüsse jedoch gleich.  

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Qualifikation „Geprüfter Industriemanager IHK“ befindet sich auf der aktuell höchsten Stufe des Aus- und Fortbildungssystems. Eine direkte Stufe darüber gibt es daher nicht. Im Deutschen Qualifikationsrahmen befindet sich die Qualifikation auf der Stufe 7. Dort ist auch der akademische Masterabschluss angesiedelt. Der Geprüfte Betriebswirt befindet sich ebenfalls auf der Stufe 7.

Das heißt jedoch nicht, dass man mit diesem Fortbildungsabschluss nichts mehr lernen muss. Auf dem Laufenden bleiben hilft nicht nur der Karriere, sondern sichert auch den Arbeitsplatz viel besser.

Eine Möglichkeit ist es sich durch Anpassungsweiterbildung gezielt auf dem Laufenden zu halten. Dabei kommt es auf deine Ziele an. Möchtest du eine Karriere als Führungskraft einschlagen, braucht es ganz andere Kenntnisse und Fähigkeiten als bei einem Spezialisten.

Eine weitere Möglichkeit ist ein anschließendes Hochschulstudium. Hier kannst du mit einem Bachelorstudium beginnen und dadurch sogar bis zum höchsten akademischen Abschluss kommen. Ob sich das lohnt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer davon sind deine Ziele.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü